Wo kommst Du her?

Meine Karriere als Designerin begann ganz klassisch im Produktdesign.

Die Selbstständigkeit war von Anfang an der richtige Weg für mich. Gemeinsam mit einer Partnerin habe ich in Hamburg über 15 Jahre erfolgreich ein Büro für Produktgestaltung geführt. Das waren prägende Jahre in denen ich wertvolle Erfahrungen in der Konsumgüterindustrie gemacht habe. Unser Fokus lag auf Projekten die wir vom ersten Entwurf entwickelt und bis hin zur Serienreife und Markteinführung für namhafte Unternehmen betreut haben.

Schon während dieser Zeit habe ich mich in Branchennetzwerken engagiert. Gute Kontakte zu haben zahlt sich immer aus. Besonders wichtig ist ein gut funktionierendes Netzwerk für Soloselbstständige. Die Erfahrung habe auch ich in den folgenden Jahren gemacht, in denen ich mich als selbstständige Designerin im Bereich Interior Styling und Event Decorating etablieren konnte. Im Laufe der Zeit haben sich zwei Schwerpunkte herauskristallisiert. Im Designbereich konzentriere ich mich auf Interior und Event Design. Ich habe mich auf die Entwicklung und Umsetzung von anspruchsvollen Raumkonzepten sowie Dekorationen für Corporate Events und Fotoshootings für Auftraggeber aus der freien Wirtschaft, Zeitschriftenverlagen sowie Werbe- und PR-Agenturen spezialisiert.

Nach und nach habe ich daneben meine Berufung gefunden: Mein Know-how in berufswirtschaftlichen Bereichen, das ich durch meine langjährige Erfahrung als selbstständige Designerin erworben habe an Akteure der Kreativwirtschaft weiterzugeben.

Meine Erfahrungen und mein Wissen bündele ich in Workshops, Vorträgen und Einzel-Coachings für Freelancer, kreative Kleinunternehmen, Start-ups, Absolventen und Studierende. Das Interesse, wertvolles praxisbezogenes Wissen zu vermitteln, war bei mir schon immer ausgeprägt und wurde so zu meiner Passion. Lange Jahre war ich Sprecherin des designerinnen forums e.V., eine Netzwerkes das aus der Initiative „Frauen im Design“ hervorgegangen ist. In dieser Funktion wurde ich von Hochschulen angefragt, um über berufswirtschaftliche Themen und professionelle Weiterbildung für Designer und Gestalter zu referieren. Das war vor 11 Jahren und ich habe damals schon mit Erstaunen festgestellt, wie groß der Bedarf ist. Sowohl bei Absolventen als auch bei Kreativen, die bereits als Freelancer am Markt sind. Viele Designer sind Meister ihrer fachlichen Disziplin, haben aber zum Beispiel keine Kenntnis davon wie ein Angebot formuliert wird oder wie eine professionelle Kundenansprache in der Akquise abläuft.. Die Gründung des Trainingsinstituts „Stark am Markt“ war somit für mich der logische nächste Schritt. Mit meiner Gründungspartnerin Eva Vorkoeper, Dipl. Modedesignerin starteten wir 2006 mit einem ersten, vielseitigen Seminarprogramm für diverse Teilbranchen der Kreativwirtschaft.

Was ist das Stark am Markt-Konzept?

Selbstständigkeit in der Kreativwirtschaft bedeutet die Freiheit, seine eigenen Gestaltungsideen für Kunden aufzubereiten. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Es bedeutet auch, sich selbst als Unternehmer zu sehen und das Geschäft aus eigener Kraft voranzutreiben – und zwar selbst und ständig. Selbstständige sind gefordert bei Akquise, Kundenkommunikation und Self Marketing ständig dranzubleiben. Wer sich und seine Unternehmensstrategie weiter entwickeln möchte ist im Dauereinsatz. Das gilt insbesondere für Solopreneure. Nahezu alle meiner Kunden und Teilnehmenden agieren als Einzelunternehmer in einem sich rasant entwickelnden Markt.

Das unternehmerische Handwerkszeug dafür trainiere in den Veranstaltungen von „Stark am Markt“ mit Designern und Gestaltern, Architekten, Fotografen und Illustratoren. Unternehmerische Kernkompetenzen wie permanente Akquise oder der professionelle Umgang und das souveräne Verhandeln mit dem Auftraggeber sind für einen Designer genauso relevant wie die Problemlösung für den Kunden durch gute Gestaltung. Wer nur gutes Design machen will und die unternehmerischen Skills vernachlässigt, agiert ja nicht als selbstständiger Designer sondern eher als Künstler.

Wie wichtig es ist, die Rolle des Unternehmers als Selbstverständnis für sich verankern merken viele Selbstständige in der Kreativwirtschaft erst sehr spät. Am meisten profitieren die Selbstständigen von meinen Veranstaltungen, die schon eine Weile am Markt sind, sich kritisch überprüfen und auch persönlich weiterentwickeln wollen. Neben der fachlichen Qualifikation spielt die Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Ohne Willen zum Erfolg, eine gesunde Portion Resilienz und eine ausgeprägte Selbstwirksamkeitserwartung funktioniert Selbständigkeit einfach nicht.

Auf geschicktes Self Marketing lege ich in bei meinem Angebot besonders den Fokus: Schließlich gilt es auch für Kreative stets und ständig am Markt sichtbar zu sein um überhaupt von potentiellen Kunden gefunden zu werden. Das ist vielen Kreativen nicht präsent.

Das besondere an den Seminaren ist der offene Austausch der Kreativen untereinander. Soloselbstständigkeit kann ein einsames Geschäft sein. Im Home Office, Studio oder Atelier fehlt vielen der professionelle Dialog mit Kollegen über die unternehmerische Seite der Selbstständigkeit. Das ist heutzutage digital zwar möglich, kann einen Face-to-Face-Austausch oder Rollentraining, in dem der unternehmerische Auftritt professionell von Branchenkollegen und mir als erfahrene Moderatorin gespiegelt wird, nicht ersetzen.

Was ist für die Zukunft geplant?

Eine gute Idee zu verkaufen reicht schon lange nicht mehr aus um in der Kreativwirtschaft erfolgreich zu sein. Die Anforderungen werden immer komplexer. Zukünftig wird es immer mehr darum gehen interdisziplinär und vernetzt zu arbeiten. Ein gut funktionierendes Projektmanagement und Methoden wie Design Thinking gehören bei großen Unternehmen heute mittlerweile zum Standard. Ein Gestalter von morgen muss am Ball bleiben und mit diesen Entwicklungen synchron gehen um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Es ist abzusehen, dass die eigentliche Gestaltungsarbeit bei Selbstständigen immer mehr durch organisatorische Aufgaben und immer komplexere Projektentwicklungen mit anderen Disziplinen in den Hintergrund gedrängt wird. Um diese Ausrichtungen und Strömungen auch in unsere Trainings zu integrieren, werden wir sicher auch Kombi-Seminare mit Spezialisten aus anderen Kompetenzbereichen anbieten.